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Dr. phil. Christoph Achterberg
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Was tun bei Krampfadern?

Im Gespräch mit Dr. Knuth Rass, Krankenhaus St. Brigida Simmerath

„Man sollte sich nicht vertun: Auch bei Venenerkrankungen kann eine verzögerte Diagnostik und Therapieeinleitung zu gesundheitlichen Risiken führen“, erklärt Dr. Knuth Rass. Er ist Chefarzt am Zentrum für Venen und periphere Arterien in der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath. Angesichts der Corona-Krise stellt auch er fest, dass viele Patientinnen und Patienten den Arztbesuch verschieben. „Es können auch derzeit bei akuten Beschwerden Sprechstundentermine vereinbart werden, wenn die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Dann kann abgeklärt werden, ob der Befund so schwer ist, dass er einer sofortigen Behandlung bedarf, oder ob kein Eingriff nötig ist bzw. dieser auch zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden kann“, erläutert er die spezielle Situation.

Tatsächlich sind Venenerkrankungen wie Krampfadern oft mehr als ein kosmetisches Problem, denn sie können im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich werden – und um dieses Risiko auszuschließen, sind eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung notwendig. Geschwollene Beine, die schmerzen oder druckempfindlich sind, können ein Hinweis auf Krampfadern oder sogar Thrombosen sein. Falls durch eine Klappenschwäche der Venen der Transport des Bluts durch das Bein und wieder in Richtung Herzen beeinträchtigt ist, schwellen die Venen sichtbar an, der Bluttransport verlangsamt sich und es erhöht sich die Gefahr eines Blutgerinnsels. „Wenn ein solcher Pfropfen in Richtung Herz oder Lunge transportiert wird, besteht Lebensgefahr. Das müssen wir ausschließen“, bekräftigt Dr. Rass.

Wenn das nicht ausreicht, sind operative Maßnahmen notwendig – aber auch vor denen muss niemand Angst haben. „Es gibt zwei Methoden. Gleich ist ihnen, dass nur ein sehr kurzer Krankenhausaufenthalt notwendig ist und die Patientinnen und Patienten schnell wieder mobil sind.“

Entweder werden die betroffenen Venen operativ entfernt oder mit Hitze behandelt. Diese sogenannte Ablation ist ein besonders schonendes Verfahren, bei dem unter – meist örtlicher – Betäubung ein Katheter in die kranke Vene eingeführt wird, die so verschlossen wird. „Im Ausland ist die Ablation schon wesentlich weiter verbreitet als bei uns“, sagt Dr. Rass. „Allerdings wird das Verfahren nicht von jeder Krankenkasse übernommen und es bestehen auch noch Fragen hinsichtlich seiner langfristigen Wirksamkeit.“ Nicht in jedem Fall ist dieses minimalinvasive Verfahren also der beste Weg.

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Halten Sie Augen und Ohren offen!

Es lohnt sich, Seh- und Hörkraft regelmäßig überprüfen zu lassen

Fünf Sinne haben Menschen grundsätzlich: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten. Davon einen oder mehrere zu verlieren oder auch nur begrenzt zur Verfügung zu haben, schränkt uns ein.

Warum aber vernachlässigen wir die Pflege unserer Sinne derartig? Wie setzen unser Gehör starkem Lärm aus, blinzeln tagelang in Richtung Computermonitor und die Pflege der Haut samt ihren empfindlichen Nervenenden übersehen wir auch zu häufig. Während wir aber zumindest unzählbare Nerven an den Fingerkuppen, der Zunge oder in der Nase haben, haben wir genau zwei Augen und zwei Ohren. Wenn davon ein Organ ausfällt, können wir es nicht ersetzen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb anzuraten – und gerade bei den Augen und Ohren unkompliziert und schnell durchzuführen.

Statistisch gesehen leidet jeder zweite Mensch an einer Fehlsichtigkeit. Eine Sehschwäche kann angeboren oder durch Verletzungen und Augenerkrankungen wie z. B. die Makuladegeneration, Retinopathien (Erkrankungen der Netzhaut), Grauer Star (Katarakt) oder Grüner Star (Glaukom) bedingt sein. Mediziner raten gesunden Menschen, ab dem 40. Lebensjahr alle zwei bis fünf Jahre zur Früherkennung zu gehen. Wer erblich vorbelastet oder extrem kurzsichtig ist, raucht, unter Diabetes, Bluthochdruck oder viel Stress leidet oder eine längere Kortisontherapie hinter sich hat, sollte sich häufiger untersuchen lassen. Ab dem 60. Lebensjahr ist es zudem sinnvoll, die Augen auf Makuladegeneration hin kontrollieren zu lassen. Fehlsichtigkeiten lassen sich auch beim Optiker testen, für eine umfassende Diagnose ist der Besuch beim Augenarzt anzuraten. Mit zunehmendem Alter kann sich auch die Funktion der Haarzellen im Innenohr verschlechtern. So kann eine Schwerhörigkeit entstehen, die schon vor dem 50. Lebensjahr auftreten kann. Da sich Hörminderungen meistens schleichend einstellen, werden sie von den Betroffenen anfangs kaum bemerkt. Durch Gewöhnung und Kompensation besteht dann die Gefahr weiterer allmählicher Verschlechterungen des Hörvermögens, die vor allem die Verständigung in geräuschvoller Umgebung und in größeren Gruppen immer schwieriger und anstrengender machen. Umso wichtiger sind deshalb vorsorgliche Hörtests, damit das eigene Gehör realistisch eingeschätzt werden kann.

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Zeigen Sie der Zukunft die Zähne

Moderne Implantate sind langlebig und belastbar

Immer wieder einmal hört man von Menschen, die einfach Glück mit ihren Zähnen haben. Keine Karies – und eigentlich bräuchten sie sie gar nicht zu putzen. Das, es sei vorweggenommen, ist natürlich falsch.

Tatsächlich aber hat sich die allgemeine Zahngesundheit in den letzten Jahrzehnten eklatant

verbessert – ganz egal, wie viel Glück jeder Einzelne von uns nun mit seinen Beißern haben mag. Grund dafür ist neben einem gewachsenen Bewusstsein für Mundhygiene auch eine immer bessere zahnärztliche Versorgung mit innovativen Behandlungsmethoden. Die regelmäßige professionelle Zahnreinigung schafft die Grundlage für Zähne, die bis ins hohe Alter weitgehend erhalten bleiben und so für Lebensqualität sorgen. Sie ist auch für Patienten wichtig, die scheinbar Karies-unempfindliche Zähne besitzen – denn auch bei ihnen sammeln sich in den Zahnzwischenräumen und Zahntaschen Nahrungsreste an, die zu Entzündungen führen und das Zahnfleisch schädigen können. Auch diesen Patienten kann so ein Zahnverlust drohen. Es lohnt sich also, alle Aspekte der Zahnpflege, eigenständig ebenso wie vom Profi, in Anspruch zu nehmen.

Sollte irgendwann dann doch einmal ein Zahn verloren gehen, ist ein Implantat eine stabile und langlebige Lösung. Kaum noch Patienten müssen deshalb im Alter noch eine Vollprothese tragen. Rund 450.000 künstliche Zahnwurzeln setzen Zahnärzte jedes Jahr in Deutschland ein. Sie dienen als Basis für einzelne künstliche Zähne oder als Anker für Brücken, festsitzende oder herausnehmbare Prothesen. Implantatgetragener Zahnersatz kommt der Natur am nächsten, deshalb fühlen sich die Patienten damit auch sehr wohl. Das Einsetzen ist ein zahnchirurgischer Eingriff, der wenig Zeit benötigt. Hat es früher mindestens drei Monate gedauert, bis frisch verpflanzte Titan-Zahnwurzeln mit einer Krone belastet werden konnten, sind es heute unter Umständen sogar nur noch wenige Stunden. Möglich machen sollen das eine angeraute, schnell einheilende Titanwurzel und der Einsatz körpereigener Wachstumsfaktoren.

Grundsätzlich darf jeder Zahnarzt Implantate einsetzen. Patienten sollten dennoch darauf achten, dass der Zahnarzt eine Fortbildung in Implantologie bei einer wissenschaftlichen Gesellschaft absolviert hat. Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie vergibt beispielsweise Zertifikate, wenn der Zahnarzt eine eineinhalbjährige Fortbildung mit mehreren Kursen absolviert hat.

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Erstmal tief durchatmen

Im Gespräch mit Dr. Björn Schwick, Luisenhospital Aachen

„Hören Sie mit dem Rauchen auf. Oder, noch besser: Fangen Sie gar nicht erst damit an“, rät Dr. Björn Schwick auf die Frage, wie man der häufigsten Lungenerkrankung vorbeugen kann. Er ist Chefarzt an der Klinik für Pneumologie im Luisenhospital in Aachen. Patienten mit Chronischer obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) stellen hier – wie auf der ganzen Welt – den größten Anteil dar. „COPD kann auch durch Staubbelastung entstehen, etwa bei Tätigkeiten unter Tage oder als Stuckateur. Aber diese Auslöser sind ganz klar in der Minderheit, die weitaus meisten Fälle sind auf Nikotinkonsum zurückzuführen“, erklärt der Facharzt.

Und dann? „Bislang sind COPD-Erkrankungen nur lindernd zu behandeln, etwa mit Inhalationssprays, um die Bronchien zu weiten, mehr Sauerstoff in den Körper gelangen zu lassen und die Lebensqualität der Erkrankten so lange wie möglich zu erhalten. Eine Heilungsmethode für COPD ist bis jetzt nicht mal am Horizont auszumachen“, erklärt Björn Schwick.

Aber die COPD ist nicht das einzige Krankheitsbild, das die Pneumologen, wie Lungenfachärzte auch genannt werden, beschäftigt. „Lungenkrebs und Asthma zählen seit Jahren zu unseren häufigsten Fällen, treten aber hinter der COPD zurück.“ Im Zuge der Corona-Pandemie ist die – ohnehin zweithäufigste – Lungenerkrankung besonders stark ins Bewusstsein der Öffentlichkeit getreten: die Lungenentzündung.

„Grundsätzlich muss man sagen, dass eine Lungenentzündung selbstverständlich eine ernstzunehmende und auch schwere Erkrankung darstellt – aber in den allermeisten Fällen gut behandelbar ist“, sagt Dr. Björn Schwick. Das gilt auch für Fälle, die im Zusammenhang mit einer COVID-19-Infektion entstehen. „Eine Lungenentzündung ist ein Infekt der oberen Atemwege. Wir behandeln die Patienten mit fiebersenkenden Medikamenten und sorgen für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. In vielen  Situationen wird auch eine Behandlung mit Antibiotika notwendig.“ Wenn alles glattgeht, ist eine Lungenenentzündung nach etwa zwei Wochen abgeheilt.

„Die Symptome einer Lungenentzündung gleichen zu Beginn denen einer Erkältung“, sagt der Fachmann. „Wenn dann Fieber hinzukommt, sollte man zunächst mit dem Hausarzt Kontakt aufnehmen – im Falle einer möglichen Corona-Infektion telefonisch, und nicht persönlich.“ Die Diagnose erfolgt per Röntgen und Blutbild. Der behandelnde Arzt entscheidet dann, ob ein Krankenhausaufenthalt notwendig ist.

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Gute Laune fängt im Mund an

Die richtige Prophylaxe und zahnärztliche Versorgung garantieren ein strahlendes Lächeln

Die Bedeutung einer konsequenten Mundhygiene ist den meisten Bundesbürgern zumindest grundsätzlich bewusst. Zähne putzen, nach Möglichkeit nach jedem Essen, gehört zum Alltag – ebenso eine regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt.

Wie viel Zahnarztpraxen aber noch leisten können, übersehen viele Patienten. Dabei gehören Zähne und Mundhöhle, die mehr Pflege erfahren, als eine Minimalversorgung umfasst, zu den wichtigsten Bausteinen von Gesundheit und Wellness.

Die herkömmliche Zahnpflege mit Zahnbürste und Zahnpasta bietet eine gute Basis für den Erhalt der Zähne. Bei der täglichen Reinigung können hartnäckige Verfärbungen und Verunreinigungen allerdings nicht zu 100 Prozent entfernt werden. 

Bei einer professionellen Zahnreinigung werden auch die Partien im Mund gereinigt, die man allein nur schlecht oder gar nicht erreicht. Zahnstein kann so gründlich entfernt werden, die Zähne werden geglättet und gestärkt. Sie erstrahlen wieder in einem helleren Weiß. Auch Kronen und Brücken profitieren von der professionell durchgeführten Reinigung. Ihre Lebensdauer kann bei regelmäßiger Pflege um Jahrzehnte verlängert werden. Das Risiko für Erkrankungen der Zähne wird deutlich gesenkt.

Wer ein Übriges tun möchte, weil er oder sie die Zähne auch als Schmuck ansieht, kann in der Zahnarztpraxis noch weitergehende Unterstützung erhalten. Bleaching und Veneers sind zwei bewährte Wege, um die Zähne auch optisch in Bestform zu bringen. Während beim Bleaching eingelagerte Farbpigmente im Zahnschmelz chemisch gebleicht werden, sind Veneers Blenden, die wie ein Furnier (engl: veneer) auf die Zähne aufgebracht werden. Bleaching ist die augenblicklich verbreitetere, da unkompliziertere Lösung. Im Unterschied zu Veneers muss ein Bleaching allerdings nach einiger Zeit, im Regelfall nach zwei oder drei Jahren, aufgefrischt werden. Dafür können mit Veneers auch Unregelmäßigkeiten der Zähne, etwa Lücken oder Fehlstellungen, kaschiert werden.

Die Krone zum Mitnehmen

Besonders bei wiederkehrenden Zahnschädigungen kann eine Krone die dauerhafteste Versorgung darstellen. In vielen Fällen können Zahnarztpraxen Kronen aus Keramik nach dem CEREC-Verfahren selbst herstellen. Ein 3D-Printer erstellt nach einer Computervermessung exakt passende Inlays, Onlays, Kronen oder Veneers, die vom Zahnarzt nur geringe Nachbearbeitung erfordern. Das Verfahren erspart dem Patienten das Tragen von Provisorien.

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Welche Vorsorge beim Frauenarzt?

Selbstzahlerleistungen können nützlich sein – aber es müssen die richtigen sein

Der Besuch bei der Gynäkologin oder dem Gynäkologen gehört für die meisten Frauen schon in jungen Jahren zur Routine. Aber der Grund der Untersuchung verändert sich mit den Jahren. Ist es zunächst der Wunsch nach Verhütung oder Familienplanung, kommt bald die Frage der Vorsorge hinzu. Besonders Frauenärzte haben ein umfangreiches Vorsorgeprogramm, das in vielen Fällen eine Selbstzahlerleistung, also eine sogenannte Individuelle Gesundheitsleistung – kurz IGeL – ist. Je nach Alter und Gesundheitsstatus empfehlen sich unterschiedliche Leistungen. Es lohnt sich, bei der Gynäkologin oder dem Gynäkologen nachzufragen, denn selbst wenn diese IGel-Leistungen einen kleinen Betrag kosten, bleibt die eigene Gesundheit doch ein unbezahlbarer Wert.

Patientinnen stellen sich die Frage, welche dieser Leistungen sinnvoll oder gar notwendig sind. Tatsächlich lässt sich keine pauschale Aussage über die Notwendigkeit der einzelnen Untersuchungen treffen.

Beispielsweise Chlamydien: Dieser Urintest auf eine Infektion ist primär für junge Frauen mit wechselnden Sexualpartnern anzuraten. Ähnlich sieht es mit sexuell übertragbaren Erkrankungen wie HIV, Syphilis oder Gonorrhoe aus. Hier sollte jede Patientin ihr eigenes Risiko bedenken. Beim ThinPrep-Test entnimmt der Arzt zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs Zellmaterial. Der Berufsverband der Frauenärzte empfiehlt diesen Test nicht ausdrücklich. Auch der Test auf Huma-ne Papillomviren (HPV) hat nur im Hinblick auf die sexuelle Aktivität Sinn. Denn bei einem negativen HPV-Test kann eine Erkrankung des Gebärmutterhalses trotzdem nicht ganz ausgeschlossen werden.

Eine Ultraschall-Untersuchung der Eierstöcke ist ohne konkreten Verdacht nicht zwingend notwendig, wie Christian Weymayr, Projektleiter des IGeL-Monitors (www.igel-monitor.de), sagt. Eierstockkrebs, auch Ovarialkarzinom genannt, ist die fünfthäufigste Krebstodesursache bei Frauen. Zur Früherkennung wird von den gesetzlichen Krankenkassen ein jährliches Abtasten ab dem 20. Lebensjahr bezahlt.

Der Ultraschall der Brust hingegen ist besonders für Frauen mit hoher Gewebedichte eine sinnvolle Ergänzung zur Mammografie.

Aktuelle Infos zum Inhalt und Nutzen der IGeL-Leistungen finden Patienten online unter www.igel-monitor.de und in einer kostenlosen Broschüre mit Checkliste der Bundesärztekammer: www.bundesaerztekammer.de

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Falsche Scham verschlimmert das Leiden

Mehr als sechs Millionen Deutsche sind von Harninkontinenz betroffen

Wenn Harndrang schwer oder gar nicht kontrolliert werden kann, leiden Betroffene aus falscher Scham oft still. Sie verschweigen die vermeintliche Schwäche sogar ihren Ärzten, kapseln sich ab und verschlimmern das körperliche Leiden so noch durch ein seelisches. Dabei ist Harninkontinenz kein Grund für falsche Scham, sondern betrifft ausgesprochen viele Menschen: In Deutschland sind schätzungsweise sechs bis acht Millionen Patienten von einer Harninkontinenz betroffen. Die Zahl der Patienten nimmt mit steigendem Alter zu.

Je nachdem, welche Ursachen zugrunde liegen, werden unterschiedliche Harninkontinenzformen unterschieden, etwa aufgrund von Stress, Überlauf, Niesen bzw. Husten, Lachen oder vieler anderer Gründe. Die meisten davon lassen sich medizinisch gut behandeln und die Symptome effektiv lindern. In manchen Fällen ist sogar eine komplette Heilung möglich. Auch junge Menschen können von einer Harninkontinenz betroffen sein. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit von Harninkontinenz allerdings deutlich zu, so dass Inkontinenzformen allgemein zu häufigen Krankheiten im Alter zählen. Frauen sind aufgrund ihres breiteren Beckens und des schwächeren Beckenbodens sowie der Belastungen durch Schwangerschaft und Geburt öfter von einer Harninkontinenz betroffen als Männer, die allerdings infolge einer Prostata-Operation unter einer Inkontinenz leiden können. Hilfe gibt es von Hausärzten, Urologen, in der Apotheke – und bei Physiotherapeuten.

Denn bei einigen Inkontinenzauslösern, etwa Stress, ist es hilfreich, den Beckenboden zu stärken. Daher sollten Betroffene regelmäßig Beckenbodengymnastik machen, um damit ihre Muskulatur und die Bänder des Halteapparates wieder zu kräftigen. Bei Übergewicht lindert oft schon eine Gewichtsreduktion die Symptome. In schweren Fällen kann auch operiert werden. Hier wird meist ein Band oder eine Schlinge eingesetzt, um die Haltestrukturen wieder zu stabilisieren.

Verlässliche Infos für Betroffene

Vorlagen, Beckenbodentraining, Fußreflexzonenmassage oder operativer Eingriff? Bei Harninkontinenz gibt es so viele Hilfsmittel und Therapien wie individuelle Ursachen. Urologen und Hausärzte sind selbstverständlich die ersten Ansprechpartner für Betroffene. Umfassende und verlässliche Informationen finden sich aber auch online auf den Seiten der Deutschen Kontinenz Gesellschaft e.V.: www.kontinenz-gesellschaft.de

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Im hohen Alter perfekt versorgt

Multimorbidität ist unter Senioren weit verbreitet

Eigentlich ist es doch ganz einfach: Wer ein medizinisches Problem hat, sucht einen Arzt auf. Im Regelfall ist das zunächst der Hausarzt, der bei Bedarf eine Überweisung zu einem Spezialisten schreibt. Dabei muss es sich gar nicht um ausgefallene und möglicherweise gefährliche Krankheitsbilder handeln. Kinderärzte, Zahnmediziner, Gynäkologen und viele andere Fachärzte decken klar definierte medizinische Bereiche ab. Ein oft übersehenes Feld ist das der Geriatrie – der Medizin für alte Menschen.

Die Situation ist am ehesten mit der Kindermedizin zu vergleichen – denn in den ersten und den späten Lebensjahren ist ein Körper auf sachkundige Unterstützung angewiesen, die die Kompetenz eines Allgemeinmediziners normalerweise überschreitet. Je nach Leiden oder Symptom wird der alte Patient in unterschiedlichen medizinischen Bereichen behandelt, von vielen Ärzten und Therapeuten, die oft nichts voneinander wissen und sich nicht austauschen.

Die Mehrzahl der Patienten, die von Geriatrischer Medizin profitiert, gehört der Altersgruppe der über 80-Jährigen an. Für ihre Behandlung ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, denn viele Senioren leiden an mehreren Krankheiten zugleich, die teilweise chronisch sind – der sogenannten Multimorbidität.  Ein typisches Beispiel für diese Multimorbidität ist eine hochbetagte Person, die an Herz- und Nierenschwäche sowie schweren Gelenkschmerzen leidet. Zusätzlich lässt die geistige Fitness deutlich nach. Kommt es nun zu einem Sturz und einem Knochenbruch, kann dies überaus komplexe Auswirkungen auf die Gesamtgesundheit des Patienten haben. Das Ziel des Geriaters als spezialisierter Facharzt ist daher, nicht nur ein bestimmtes Symptom zu behandeln. Stattdessen wird er den Gesamtzustand der Patienten und Medikamentenwechselwirkungen im Blick haben und ihnen helfen, so lange wie möglich ihre Gesundheit und Autonomie im Alltag zu bewahren.

Experten finden

Die Geriatrie verfügt nach der Kardiologie mittlerweile über die zweitgrößte Anzahl von spezialisierten internistischen Betten in deutschen Krankenhäusern. Die Geriater sind in die Bereitschaftsdienste der jeweiligen Kliniken und, wenn vorhanden, auch in die internistische Notaufnahme integriert. Welche Kliniken über eine geriatrische Abteilung verfügen, sehen Sie im Klinikverzeichnis Geriatrie der DGG:
www.dggeriatrie.de

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Zahngesundheit im Blickpunkt

Eigentlich wirken sie so stabil: Zähne sind knochenhart, bei guter Pflege hell und glänzend … man staunt, dass diese robusten Körperteile so empfindlich sind. Aber wohl fast jeder Mensch weiß, wie unerträglich Zahnschmerzen sein können.

Die häufigste Ursache für Zahnschmerzen ist Karies. Dabei haben sich Bakterien durch den Zahnschmelz gefressen. Diese Löcher müssen gefüllt werden, da die Karies sonst um sich greift. Wenn dies zu spät oder gar nicht behandelt wird, können sich die Bakterien bis zum Nerv ausbreiten und es kommt zu einer Zahnwurzelentzündung, die noch deutlich schmerzhafter ist.

Neben den eigentlichen Beschwerden an den Zähnen werden auch Entzündungen des Zahnfleisches oder von Ähnlichem oft unter den Begriff gefasst – besonders, weil die Ursachen der Schmerzen nicht immer klar voneinander zu trennen sind.

Der Grund sind die empfindlichen Nervenstränge, die vom Kiefer durch die Zahnwurzel verlaufen. Reize können durch mechanische Belastung, also Druck, Wärme oder chemische Reaktionen entstehen. Wenn dann der umgebende Zahn, etwa durch eine Karies oder offenliegende Zahnhälse, eine schwache Barriere zu äußeren Einflüssen bildet, reagiert der Nerv mit Schmerzen.

Hausmittel helfen bei Zahnschmerzen wenig. Auf Nelken zu beißen, kann kurzfristige Linderung bringen, eine Schmerztablette ebenso – aber das grundlegende Problem wird dadurch nicht gelöst. Damit der Zahn wieder schmerzfrei belastet werden kann, muss er von einer Zahnärztin oder einem Zahnarzt versorgt werden. Diese Versorgung kann sowohl die Versorgung von kariösen Stellen, also „Löchern“, betreffen, als auch eine Parodontitis-Behandlung und Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Implantate. In einigen Fällen, etwa bei nächtlichem Zähneknirschen, ist auch eine Aufbissschiene ein Weg, um dem Zahnschmerz entgegenzuwirken.

Die Zahnärzte sind vor allen Dingen durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen und Prophylaxe das beste Schmerzmittel. Wer die regelmäßige Zahnpflege daheim durch Kontrolle und eine professionelle Zahnreinigung ergänzt, schafft die beste Grundlage, damit es gar nicht zu Zahnschmerzen kommt.

Um die Patienten für das Thema zu sensibilisieren, wird alljährlich am 9. Februar der Tag der Zahnschmerzen ausgerichtet. Er findet am Todestag der Heiligen Apollonia, der Schutzpatronin der Zahnärzte, statt.

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Nicht zu lange warten

Im Gespräch mit Dr. Tobias Greiner, Krankenhaus Maria Stern Remagen

In den meisten Fällen ist es eine Frage des Alters: Die Gelenke beginnen zu schmerzen, Knie oder Hüfte machen jeden Schritt zur Qual, Mobilität und Lebensqualität leiden. Eine Arthrose hat den Knorpel der Gelenke geschädigt. Meist ist dieses Krankheitsbild ein dem Alter geschuldeter Verschleiß, es kann aber auch bei jüngeren Menschen, etwa aufgrund von Fehlstellungen, auftreten.

Da der Körper seine Gelenkknorpel nicht regeneriert, stehen zwei Behandlungsmöglichkeiten zur Wahl. Zunächst gibt es die Möglichkeit, Knorpel-Ersatzverfahren zum Einsatz zu bringen, bei denen die geschädigte Stelle mithilfe künstlich erstellten Knorpelgewebes versorgt wird – und schließlich mit einer sogenannten Endoprothese. Viele Patienten scheuen diesen Schritt, weil sie Schmerzen und noch weitere Einschränkung ihrer Mobilität erwarten.

Das entspricht so allerdings nicht der Realität, erklärt Dr. Tobias Greiner, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Maria Stern Remagen. Der Experte für Spezielle Orthopädische Chirurgie erläutert: „Das Ziel ist immer die schnelle Mobilisierung von Patienten nach einer Operation.“ Spätestens am Tag nach dem Eingriff sollen Reha-Maßnahmen beginnen und Patientinnen und Patienten wieder gehen. Dafür kommen im behandelten Körperteil Schmerzkatheter zum Einsatz, die unvermeidliche Reaktionen lindern.

Um ihre Ziele zu erreichen, werden in der Endoprothetik minimalinvasive Verfahren eingesetzt. Die Muskulatur wird im Operationsgebiet lediglich zur Seite geschoben und möglichst wenig verletzt und die Knochen in so geringem Umfang wie möglich bearbeitet. „Im Anschluss werden die Patienten mit einem Schmerzkatheter versorgt, damit sie aktiv sind und ihre Mobilität nicht durch Liegen weiter leidet.“ Letztlich, so ist sich Tobias Greiner sicher, sind endoprothetische Maßnahmen vor allen Dingen eine Verbesserung der Lebensqualität. Sein Tipp an Patienten: „Ich rate immer, nicht zu lange mit der Operation zu warten. Es nutzt nichts, zehn Jahre lang an jedem Tag Schmerzen zu leiden, um anschließend festzustellen, dass die Operation wesentlich unproblematischer als befürchtet war, und erst nach einer langen Leidenszeit wieder schmerzfreie Mobilität erreicht wird.“

Nicht nur in Fragen der Operationstechnik hat sich die Endoprothetik in den letzten Jahren spürbar zugunsten der Patienten weiterentwickelt, sondern auch hinsichtlich der Prothesen selbst. Neue Werkstoffe werden immer besser verträglich und immer haltbarer. Keramik und Polyethylen kommen gegenwärtig zum Einsatz. Die Wechselintervalle werden immer länger, augenblicklich sind Hüft- und Knieprothesen gut fünfzehn Jahre und länger nach der Implantation noch voll funktionsfähig.

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